Wie der Titel schon sagt: Die Hälfte meines Auslandjahres ist nach nunmehr schon fast 6 Monaten um. Doch bevor ich dazu und zur Mid-Year-Orientation komme, erstmal zu dem, was seit Anfang Januar so los war:

Nach zwei Tagen Schule im neuen Jahr, hatten wir den 6. klassisch schulfrei, jedoch hab ich an dem Tag nicht sonderlich was angestellt. Am Abend davor bin ich mit ner finnischen Freundin und Feli ins Kino gegangen und wir haben zusammen die Spezialfolge von Sherlock angeschaut. Die ist, wie der ganze Rest der Serie, echt filmisch exzellent gemacht und sehr empfehlenswert zum angucken. Zurück zur Realität:

Nochmal zwei Tage später (Freitag, der 8.1.) hatten Feli und ich, aufgrund von Berufsberatung für die finnischen Schüler, nur eine Schulstunde und sind nach der dann schon früh zu mir nach Hause gegangen, wo ich dann meine große Schwester (die es mittlerweise hin und wieder einfach aufgegeben hat, in die Schule zu gehen und lieber zu schlafen) aus dem Bett geschmissen und sie dazu motiviert habe, mit uns einen Spaziergang durch die Kälte zu machen.

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Zur Kälte: Im letzten Blogpost meinte ich, dass -18°C kalt sind. Mittlerweile muss ich sagen, dass das fast schon warm ist und das alles über -10°C sommerliche Temperaturen sind. Das liegt daran, dass wir jetzt einfach mal zwei Wochen fast durchgehend unter -20°C hatten. Teilweise hatten wir dann Tage mit einer Höchsttemperatur von -29°C. Da wird einem wenn man sich nicht richtig anzieht echt ziemlich schnell ziemlich kalt. Mein persönliches Kältetief liegt bei -34°C. An dem Tag bin ich dann leider auch noch zu spät aufgestanden und musste dann mit dem Fahrrad zur Bushaltestelle fahren – Bei -34°C. Eine Tat, die ich nicht unbedingt wiederholen muss 😀

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Jedenfalls sind wir dann gemeinsam durch die Gegend getummelt und sind über den See (nicht wirklich See, sondern eher was kleineres, mir fällt das deutsche Wort nicht ein), nicht weit vom Haus entfernt, gewandert.

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An demselben Tag am Abend gabs an unserer Schule die New Year’s Gaala, bei der es nach einem kurzen Programm im Auditorium mit Musik, Sketchen und co., in verschiedensten Klassenzimmer Unterhaltungsprogramme wie Sing Star, Let’s Dance, Disco und natürlich Essen gab.

Das nächste Interessante kam dann erst am drauf folgenden Wochenende: Die Mid-Year-Orientation (also Mitt-Jahres-Tagung), bei der sich alle Austauschschüler YFUs in zwei verschiedenen Gruppen zusammengefunden haben, um über Erlebnisse zu reden. Ich war in der nördlicheren Gruppe und wir waren in einem Ort namens Kiponniemi in der Nähe von Jyväskylä untegebracht.

Ich will da jetzt auch gar nicht so viel drüber schreiben, aber so im Grundsatz sind wir immer in Kleingruppen geteilt worden und haben in diesen darüber geredet, was wir so gemacht haben bisher, inwieweit wir uns verändert haben, was wir noch machen wollen/erwarten und wie wir uns noch weiter entwickeln wollen und vieles mehr. Im Gegensatz zu den anderen Tagungen war die jetzt sogar echt extrem spannend, weil man sehen konnte, wie Menschen sich innerhalb von 5 1/2 Monaten verändern, wie Menschen aus verschiedenen Kulturen von ein- und derselben Kultur denken und was manche Menschen so durchgemacht haben. Für mich persönlich war das alles immer recht kurz gefasst, da ich keine Probleme mit Familie, Schule, Freunden und co. habe, es war aber trotzdem interessant, den anderen bei ihren Erzählungen zuzuhören. Daneben war es auch schön, bekannte Gesichter vom Anfang des Jahres bei der Ankommenstagung wiederzusehen und neue kennenzulernen.

Auf dem Rückweg ist Feli und mir zwischen den verspäteten Zügen auch noch was sehr untypisches für Finnland passiert: Wir wurden von einer fremden Person in ein Gespräch verwickelt. Es ist zwar eines dieser Vorurteile, aber es stimmt halt größtenteils schon: Finnen reden einfach so gut wie nie mit fremden Menschen. Daher war das etwas besonderes. In der recht langen Unterhaltung mit dem jungen Mann (den ich vergessen habe, nach seinem Namen zu fragen), stellte sich dann raus, dass er auf die Schule gegangen ist auf der Feli und ich uns gerade befinden und dass er jetzt in Joensuu studiert.

Nun ja, wie auch immer, nach der Tagung bin ich jetzt wieder ein Stück weit motiviert, noch mehr mit meiner Zeit hier anzufangen und sie voll auszunutzen. Mal sehen, was mir in der anderen Hälfte des Jahres noch so passiert und was ich passieren lasse (Eigeninitiative wird bei sowas großgeschrieben).

Also bis zum nächsten Blog

Lena

(Freitag, 22.01.2016)