Nachdem ich nach dem letzten Kurzausflug eine knappe Woche in der Heimat verbracht hatte, gings auch schon wieder los auf den zweiten kleineren Ausflug. Mein Vater hatte mir nämlich vorgeschlagen, etwas alpin klettern zu gehen. Dafür gings nach Tirol aufs Heimkehrerkreuz am Pillersee. Auf dem Hinweg noch bei Großeltern am Chiemsee vorbei und dann eine Nacht am Kajaker-Ausstieg der Tiroler Ache auf deutscher Seite verbracht und dann am nächsten Tag über die Grenze nach Österreich. Ich dachte ja, wir würden ein wenig klettern gehen. Letztendlich waren das dann aber 1300 Höhenmeter; erst zwei Stunden Zustieg zur Klettertour und dann diese noch; der Ausblick war aber definitiv belohnend…

(Danke Papa für die Bilder)

Nur der Abstieg wurde meinerseits a weng zach (den Muskelkater hatte ich vier Tage später immer noch :D)

Danach meinen Vater in Bad Reichenhall an den Bahnhof gebracht und dann begann meine erste Minireise komplett alleine. Mit dem Handy von meinem Dad hatte ich mir noch einen Campingplatz nicht weit entfernt rausgesucht zu dem ich dann fuhr und feststellte, dass dieser leider im November geschlossen hatte… Dazu war mein Handy leer und ich brachte immer maximal eine E-Verbindung zusammen – ich also leicht aufgschmissen; bin dann an den Königssee gefahren, wo ich wusste, dass es einen Campingplatz gibt, hab den dann auch gefunden und mich abends noch einfach hingestellt, warm geduscht, Zähne geputzt und co und bin währenddessen keiner einzigen Seele über den Weg gelaufen, was mich etwas gewundert hat; nichts weiter gedacht und schlafen gegangen. Am nächsten Tag in der Früh war immer noch nichts los, die Rezeption weiterhin geschlossen… Irgendwann kam dann der Besitzer des Platzes aus dem dortigen Wirtshaus und erklärte mir, dass sie im November wegen Umbaus eigentlich geschlossen haben, aber ja nichts passiert ist und somit ein Zehner für die Nacht voll in Ordnung sei 😀 (Ach ja, das war die kälteste Nacht bisher, mit unfassbaren -3°C in der Früh und gefrorenen Scheiben und so… Im Schlafsack aber voll okay ;D).

Den Tag hab ich dann komplett dem Königssee gewidmet – die Fähre genommen, dem Echo der Trompete des Kapitäns und den Erzählungen des anderen Bootbegleiters gelauscht und in St. Bartholomä wieder ausgestiegen. Von dort aus dann 1 1/2 Stunden entspannt zu einer Eiskapelle am Fuße der Watzmann-Ostwand gelaufen und das tiefstgelegenste Firneis-Reservoir von ich-weiß-nicht-mehr-welchem-Gebiet bewundert.

Kaum war ich wieder an der Kirche zurück und hatte den Nudelsalat von Oma von vor zwei Tagen zuvor gegessen, ging die Sonne leider auch schon wieder unter, ich also wieder auf die Fähre gen Ausgangspunkt.

An dem Tag wollte ich einen Übernachtungsplatz finden bevors dunkel wurde, leider hatte mein eigentlicher Ziel-Stellplatz auch geschlossen und ich hatte mich schon darauf eingestellt, die Nacht auf dem Parkplatz eines Mini-Skigebiets in der Nähe von Oberau zu verbringen, da stolperte ich noch über einen Stellplatz direkt vor einem 5-Sterne-Campingresort, zu dem leider die Zufahrt durch eine Baustelle abgeschnitten war. Kurze Unterhaltung mit der Dame von der Rezeption später, fand ich mich jedenfalls im Resort auf einem der besten Stellplätze 😀

(Das auf dem zweiten Bild waren die ultra fancy Abspül-Waschbecken, nur so als Beispiel dafür wie das da war…)

Geschichte noch kürzer gefasst, als ich am nächsten Tag zahlen wollte, meinte sie nur: “psssst” und deutete mir, einfach wieder zu fahren 😀 Also hab ich mir eine kostenlose Nacht in einem Luxus-Resort mit Pool, fancy Nassanlagen und Ausblick auf den Watzmann erquatscht… Läuft 😀

Dort auch wieder früh aufgebrochen und nachdem ich eine Zeit lang einfach nur an einem Hang saß und der Sonne beim aufgehen zuschaute weiter zur Dokumentation Obersalzberg – n bissl Bildung gehört eben auch manchmal auf Reisen. Leider war dort der Zugang zu der Bunkeranlage geschlossen, was mich schon auch sehr interessiert hätte, aber auch so war es definitiv einen Besuch wert!

www.obersalzberg.de

Da dann noch auf dem Parkplatz was kleines gesnackt, fuhr ich weiter nach Salzburg, eine gute Freundin besuchen, die da studiert. Zusammen haben wir dann erst ein Curry gekocht, sind dann ein wenig durch die Altstadt gelaufen, haben uns nen veganen Burger und später noch nen Punsch am Mozartplatz gegönnt – Verpflegung on fleek 😀

(Danke Lisa für die Bilder)

Übernachtet hab ich dann aber auch bei ihr und den Bus auf dem Parkplatz stehen lassen.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück noch einmal schnell in die Stadt gehuscht, noch nen Punsch getrunken 😀 und dann gings wieder in Richtung Heimat, also fast: noch einen Schlenker am Tegernsee vorbei und mit einer anderen guten Freundin hinauf auf die Aueralm gewandert und dort eine gude Linsensuppe schnabuliert 😀

Danach gings dann aber wirklich wieder nach hause und Trip #2 fand sein Ende.

Momentan sitze ich aber auch schon wieder in Finnland im Zug zwischen Helsinki und Joensuu – meine Gastfamilie besuchen und ein wenig wieder mal durch Finnland touren. Davon aber mehr wenn mehr passiert ist ;D

Lena Wagner, 16. November 2018