Wie schon im letzten Blog erwähnt, war ja am Abend vor der Abfahrt die Joensuu night, zu der ich dann mit Feli (der anderen deutschen Austauschschülerin), meiner Gastschwester und ein paar ihrer Freunden gefahren sind. Dort haben wir uns dann neben einer Tanzaufführung auch den Auftritt von meinem Hostdad angeschaut. Leider hat es mega geschüttet weshalb nicht gerade viele Leute da waren, aber wir waren sozusagen die Hardcorefans und haben sie angefeuert. Nach dem Gigue der ersten seiner bands war Feli dann aber so durchgefroren, dass wir wieder nach hause gefahren sind, wo ich dann versucht habe, so lang wie möglich auf zu bleiben, damit ich mir die mega lange Busfahrt nicht wach antun muss. Letztendlich hab ich dann drei Stunden geschlafen und bin um 4:30 wieder aufgestanden, dann haben wir Feli abgeholt und sind zur Schule gefahren.

Der Bus ist dann um halb sechs Uhr morgens abgefahren und kam kurz vor acht Uhr abends an unserem Ziel angekommen. Während dieser vierzehn Stunden haben jedoch mehrere Pinkel- und Essstops gemacht und haben auch bei einem Museum mit Monument zum Winterkrieg und beim Stillen Volk, wo unsere verrückte Kunstlehrerin zwei Figuren eingekleidet hat, angehalten. Um mich von dieser Fahrt zu erholen, bin ich mit ein paar Freunden erstmal saunieren gegangen. Zehn Meter von der Sauna war dann auch ein eisklater Bach, in dem wir dann zwischendrin mal “schwimmen” gegangen sind.

Am nächsten Tag hieß es dann früh aufstehen und alles fertig packen – Outdooressen und Gas für den Trangia, sowie Zelt haben wir natürlich auch wieder von der Schule bekommen. In unsere Gruppen aufgeteilt gings dann auch schon los. Am ersten Wandertag haben wir so um die 17km zurückgelegt und dabei erstaunlich viele Pausen gemacht. Zu Mittag gabs dann Nudeln aus der Tüte, die mit einem Pulver garniert waren, was durch den Prozess des Kochens zu so etwas wie Tomatensoße wurde. Zu Abendessen haben wir ganz fancy mit Kidneybohnen und Soja ein recht gutes Chili con soja herbeigezaubert. Geschlafen haben wir auf einem Hügel direkt neben einem wunderschönen See, wobei das Zelt von mir und Feli so klein war, dass unsere Matratzen überlappt haben, was uns jedoch aufgrund der nicht allzu hohen Temperaturen nicht gestört hat.

Am zweiten Wandertag hieß es erneut früh aufstehen und frühstücken. Zum Frühstück gab es Haferschleim und Kaba. Ich hatte mir ein paar Beagels und Peanutbutter und Marmelade mitgenomme, was mein Frühstück doch um einiges bereichert hat. Dann wurde abmarschiert. Die Wanderweite kann ich nicht genau bestimmen, da wir uns fast schon velaufen haben und an einer Stelle sogar so um einen km in die falsche Richtung gelaufen sind. Dafür haben wir an dem Tag Rentiere gesehen und hatten an sich doch recht viel Spaß. Wir waren dann jedoch schon sehr glücklich, als wir dann an der Campingstelle Nummer zwei angekommen waren. Jetzt muss ich aber auch erwähnen, dass ich erwartet habe, dass wir irgendwo im nirgendwo campen und hinter Büsche machen, dem war aber nicht so. An den Schafplätzen gab es immer irgendeinen Art von Plumpsklo, die recht gut gewartet waren und mal näher, mal weiter weg einen  Fluss mit klarem, trinkbaren Wasser.

Abends hats dann auch schon ein wenig angefangen zu regnen, am letzten Tag hats dann aber den ganzen Tag so gut wie durchgeregnet, was nicht viel zur Laune beigetragen hat. Zum Frühstück gabs das selbe wie am Tag davor und zu Mittag hatten wir dann Instant Nudeln. Blöderweise war das Wasser an der Mittagsessenstelle so weit weg, dass man eine Viertelstunde unterwegs war nur um Wasser zu holen. Letzendlich haben wir aber auch den letzten Tag gut überstanden und kamen glücklich und erschöpft am “Base camp” wieder an, wo wir uns dann erstmal eine schöne Runde Sauna gegönnt haben.

Ich würde jederzeit wieder zurückkehren auch wenn manche meiner, ich glaub ich kann sie fast schon Freunde nennen, da ganz anderer Meinung sind und jeden Schritt verflucht haben.

Am Tag danach sind wir dann nochmal 80km weiter nördlich zu einem Museum über das Volk der Sami gefahren und wurden dann nachmittags sogar von zwei aus dem örtlichen Stamm besucht, die uns dann, teilweise sogar in Englisch, etwas über ihre Kultur erzählt haben. Abends dann natürlich wieder zurück in die Sauna :).

Als wir dann alle schon im Bett lagen, kam dann eine Mitschülerin ins Zimmer gerannt und meinte wenn wir Polarlichter sehen wollen, müssen wir ganz schnell aufstehen und raus gehen. Draußen stehend und frierend haben wir dann den Anblick genossen. So schnell wie sie da waren, waren sie jedoch auch wieder weg und wir sind schlafen gegangen.

Am Tag der Rückreise saßen wir dann wieder rund 14 Stunden im Bus und haben unter anderem den ältesten Shop Finnlands und das Haus eines sehr berühmten finnischen Schriftstellers besucht.

Fazit: Ich hasse Busse 🙂

Hier jetzt noch ein paar Bilder von der Reise