Letzte Woche waren hier bei mir schon Herbstferien. Meine Familie hatte schon länger geplant mit mir nach Tallinn, der Haupstadt Estlands, zu fahren und letzte Woche war es dann soweit. Da meine große Gastschwester aber noch auf einem Schulausflug nach Berlin war, sind wir erst am Mittwoch gefahren. Da meine Gastschwester in Helsinki am Dienstag gelandet ist und mein großer Gastbruder dort eine kleine Studentenwohnung hat, ist sie gleich für die Nacht da geblieben. Für uns gings um 10 Uhr in Lehmo los und das hieß dann erstmal sechs Stunden Auto fahren. In Helsinki angekommen sind wir dann zu meinem großen Gastbruder gefahren und haben da kurz mit ihm und seiner Freundin geplaudert. Mit meiner großen Schwester im Gepäck sind wir mit der Tram bis zum Hafen gefahren (Das Ticket dafür konnte man per SMS bestellen).

Eingecheckt und aufs Boot, wo ich mir eine Kabine mit meinen Gastschwestern geteilt habe. Zum Abendessen sind wir ins Bordbuffet gegangen, wo es alles gab, was das Herz begehrt: Von Salaten über Fisch und gebratenen Nudeln bis hin zum Street wie Tortillas und feinsten Desserts gab es echt genügend. Da wir zwei Stunden zum Essen Zeit hatten, haben wir erst mal ordentlich reingehauen.

Obwohl die Fähre nur vier Stunden bis nach Tallinn gebraucht haben und wir noch während des Essens dort angekommen sind, mussten wir unsere Nacht auf dem Boot verbringen.

Am nächsten morgen haben wir dann unsere Sachen ins Hotel gebracht, uns am Frühstücksbuffet bedient und sind dann in ein Wasserflugzeughangarmuseum gegangen, was mega interessant und vielfältig war. Da gab es ein echtes estonisches U-Boot aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, das man auch betreten und sich alles angucken durfte. Daneben gab es auch noch alle möglichen Bootsarten, bis hin zum Hover Craft. Ein Teil des Museums war aber komplett über den Wettlauf zum Südpol und dort konnte man über deren Ausrüstungen und den Verlauf der Reisen detaillierts erfahren. Auch für Kinder war gesorgt, so gab es mehrere Simulatoren, wie z.B. einen Flugsimulator, bei dem man in einem Doppeldeckernachbau saß, der sich auch mit dem Spiel mitbewegt hat.

Nachdem wir dort einiges an Zeit verbracht hatten, haben wir uns auf die Suche nach einem Café gemacht, wo man sich hinsetzen kann und sind per Zufall in ein veganes Restaurant gestolpert, wovon, als wir es bemerkten, meine Gastfamilie nicht ganz so begeistert war, wohingegen ich als Vegetarier das ziemlich cool fand. Ich hab dann meinen Veggie-Burger + Salat, ein paar der Falafeln meiner einen und den Salat meiner anderen Schwester gegessen und war im Gegensatz zu denen recht glücklich.

Danach sind wir zurück ins Hotel gegange und haben eingecheckt. Nach einer kurzen Ruhepause bin ich dann mit meiner Gastmutter in die Altstadt gegangen und hab mir da alles angeguckt (Meine Gastschwestern und mein Gastdad waren zu fad dafür und sind im Hotel geblieben).  ich Ich hab mir in einem Shop für gestrickte, traditionelle eestische/finnische Klamotten, eine recht coole Mütze mit drei Zipfeln gekauft und danach sind wir zusammen in ein Restaurant names “Olde Hansa” gegangen, was vollkommen auf Mittelalter gemacht war. Beleuchtet wurde es hauptsächlich mit Kerzen, das Personal lief in mittelalterlichen Klamotten rum und als wir ein paar Stunden später mit der ganzen Familie wiederkamen, saßen auf einer Minibühne oben in der Ecke drei Musiker und haben auf alten Instrumenten Musik gemacht. Sogar die Toilette war ziemlich cool und auf Antimodern gemacht (aber nur äußerlich 🙂 ). Auf die Frage, ob es denn eine Heiße Schokolade gäbe, kam die Antwort, dass es die im Mittelalter nicht gegeben hätte, man mir aber ein Apfel-Ingwer-Gesöff anbieten könne, was ich natürlich annahm. Das war eine gute Entscheidung, da das sogar echt gut und warm war.

Wie gesagt, abends sind wir dann mit der ganzen Familie noch mal dahin gegangen und dieses Mal hab ich dann Root beer geturnken, was auch ziemlich gut war (keine Angst, das ist kein richtiges Bier und somit vollkommen alkoholfrei).

Am nächsten morgen bin ich dann mit meinen Gastschwestern zu der höchsten Kirche in der Altstadt gegangen, da man da in den Turm hinauf kann. Ich weiß nicht mehr, wie viele Stufen es waren, aber es waren einige und recht hohe, aber der Aufwand hat sich gelohnt, da man echt mega weit gucken konnte. Danke liebes Wetter, das du mitgespielt hast.

Dann gings auch schon wieder zurück zur Fähre und wir sind die vier Stunden auf dem Boot und die sechs im Auto wieder zurück nach hause gefahren.

Nach einer mittelmäßig langen Nacht bin ich dann auch wieder aufgestanden und mit meiner Schwester zum Mannschaftsbus gegangen, da sie einen weiteren Turniertag hatte und ich jetzt der “Depp vom Dienst” der Mannschaft bin. Das hieß dann erstmal wieder fünf Stunden in die Richtung zurück fahren aus der wir erst am Tag davor gekommen sind. Während des Spiels ist meine Aufgabe dann, Flaschen auffüllen, Trainingspullis sammeln und sich um die Verletzten kümmern. Beim letzten Spiel vor zwei Woche hatten wir eine, die sich wahrscheinlich ein Band im Knie gerissen hatte. Die mussten wir dann vom feld tragen und das Knie kühlen und sie beruhigen. Was so ernsthaftes ist dieses Mal Gott sei Dank nicht passiert und es war für mich fast schon etwas sehr langweilig.

Mit dem Bus wieder zurück kamen wir drei Uhr morgens wieder in Lehmo an. Ich hab dann erstmal bis zwölf geschlafen und bin dann abends mit Feli und einer finnischen Freundin ins Kino gegangen und wir haben uns “Yksin Marsissa” oder englisch “The Martian” angeschaut: Ein Film üder eine Mission auf den Mars, bei der einer der Astronauten tot geglaubt zurück gelassen wird und dann auf dem Planeten überleben muss, bis Rettung kommt. Das war ein echt guter Film und, danke liebes Finnland, auf Englisch.

Jetzt hat die Schule aber wieder angefange, davon erzähl ich aber in einem weiteren Blogpost, da dieser doch ein wenig lang geworden ist. Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben.

Hier noch ein paar Photos von dem Trip nach Tallin:

Lena