Heute bin ich mit meinen Gasteltern in die Schule gefahren, wo wir dann zum Direktor ins Büro gegangen sind. Mit dabei war auch noch ein anderes deutsches Mädchen, dass ich schon auf der Vorbereitungstagung in Deutschland kennengelernt habe, begleitet mit ihrer Gastmutter. Wir haben dann einen Zettel bekommen, auf dem normalerweise die finnischen Schüler ihre Fächer für den ersten Term wählen, aber wir mussten nur unsere Namen drauf schreiben, damit wir in die Datenbank eingetragen werden können. Der Direktor, den man in der Schule wie die Lehrer auch beim Vornamen nennt und der für die ganzen Schüler fast schon sowas wie ein Freund ist, hat uns dann erklärt, dass wir das mit der Fächerwahl am ersten Schultag nachholen können und das wir als Gastschüler eigentlich machen können was wir wollen. Dazu ist zu erklären, dass das finnische Schuljahr in fünf bis sechs (in meinem Fall fünf) kleinere Terms eingeteilt ist und man in jedem andere Fächer hat. Nach den ca. sechs-wöchigen Lernphasen steht eine Testwoche an, in der man an den Tagen nur für Tests in die Schule kommt und das gelernte beweisen muss. Dann gab es noch die Info, dass wir iPads bekommen werden, die im Unterricht gebracuht werden und die man sogar mit nach hause nehmen darf. Um uns das Gebäude etwas vertrauter zu machen, gab es für uns vom Direktor eine Tour einmal quer durch’s Schulhaus: Von den Lehrerzimmern über das Schulrestaurant, in dem es eine kostenlose warme Mahlzeit für jeden Schüler zu mittag gibt, dem Büro der Schulkrankenschwester, jegliche medizinische Versorgung ist für Schüler selbst in Krankenhäusern umsonst, bis zu der Turnhalle mit Trainingsraum, der natürlich, wie soll es anders sein, für Schüler kostenlos zur Verfügung steht.

Danach sind wir wieder nach hause gefahren und nachdem jeder ein wenig gegessen hatte sind wir mit dem Auto zu einem Teppichwaschsteg an einem Fluss gefahren, wo wir dann die Teppiche für den Winter, die im Sommer nicht gebraucht werden, gewaschen werden. Anfangs hab ich immer nur das Waschmittel über die Teppiche gekippt, während meine Gasteltern geschrubbt haben, aber den letzten Teppich wollte ich dann schon selber mal schrubben, was eigentlich recht cool war, weil ich dann wenigstens mal ein bisschen Anstrengung hinter mich bringen musste. Nachdem die Teppiche dann auf Stangen ein wenig ausgetropft waren haben wir sie wieder eingepackt und sind wieder nach hause gefahren, wo wir uns dann entschieden haben, an einen Strand zum baden und picknicken zu fahren.

Mein Gastvater ist dann erst mal glatt die 12km an den Strand gejoggt und meine Gastmutter und meine kleine Gastschwester sind mit dem Auto gefahren. Wir haben uns dann in einem Supermarkt noch ein paar Snacks geholt, unter anderem Bohnen, von denen wir dann ungekocht die Samen gegessen haben, was echt gut geschmeckt hat. Das Wasser war nach einer Zeit sogar recht angenehm und ich hab mir fast einen Sonnenbrand geholt – In Finnland ;).

Da der Tag dann immer noch nicht zu enden war, haben wir noch ein Finnisch-Lern-Spiel gespielt: Dieses andauernde a und ä Gedöns macht mich fertig – Das klingt fast gleich. Aber das krieg ich noch irgendwie hin. Nach einer Partie UNO war’s dann endlich Zeit schlafen zu gehen und ich sitz grad mega müde in meinem Bett und geh jetzt schlafen.

Hyvää yötä