Man mag es fast glauben, aber das Motto aus der Überschrift ist sogar eingetreten 😀 Wir hatten hier echt so drei Wochen mit unglaublich warmem Wetter! Teilweise hatten wir echt bei uns fast 30°C und man fand sich nach der Schule auf der Suche nach Schatten und kaltem Wasser. Von den ganzen Finnen hat man dann gehört, dass das echt ziemlich ungewöhnlich ist: 1. Die Temperatur an sich & 2. Das es schon im Mai so verdammt warm ist… Hab ich ja Glück gehabt mit dem Jahr 😉

Ach ja – Sonnenvergleich: Aufgang -> 3.03 Uhr, Untergang -> 23.00 Uhr, 12.06.2016

Dass das mit finnischen Sommer dann doch auch noch anders geht, erzähl ich weiter unten noch 🙂

D seit dem letzten Beitrag wieder eine Menge passiert ist und ich mir wieder viel zu viel Zeit gelassen habe mit dem dokumentieren, was ich nach dem hier aber ändern will und die letzte Zeit öfter schreibe, gibt es jetzt eine Menge, die ich euch erzählen kann:

Beim Schreiben des letzten saß ich ja im Zug nach Kouvola. Da bin ich dann so gegen halb sieben ausgestiegen und wurde ganz herzlich von Paula (die befreundete ATS, die dort wohnt), ihrem Gastvater und ihrem 2-jährigen Gastbruder herzlich begrüßt und dann gings mit dem Auto nach Kuusankoski, dem eigentlichen Ort, an dem sie wohnt. Nachdem wir einfach ne Weile getratscht haben, kam eine Freundin von ihr vorbei, der sie erzählt hatte, dass ich komme und die mich unbedingt kennenlernen wollte. Mit ihr zusammen haben wir dann weiter getratscht, was gegessen, sind dann draußen ein wenig durch die Gegend gewandert und uns dann irgendwann um elf von ihr verabschiedet. In der Zeit habe ich erfahren, dass sie 2016/2017 ein Austauschjahr in der deutschsprachigen Schweiz macht und an dem Wochenende ein Vorbereitungsseminar hat.

Nachdem wir dann abends noch Eishockey geguckt haben, gings ins Bett und am nächsten Morgen um sieben hieß es dann gleich wieder aufstehen. Da eben jene finnische Freundin auch Richtung Helsinki musste und den selben Zug nahm, wurden wir netterweise von ihrer Mutter zum Bahnhof gefahren und dann gings eine Zugstunde nach Helsinki. Dort angekommen wurden wir von Marlen (einer weiteren ATS, ich hatte bei ihr vorm Lapplandtrip übernachtet) begrüßt und sind alle zusammen zum Büro von YFU Finnland gelaufen. Dort gabs dann sechs verschiedene Workshops, die vor allem dazu da waren, dass wir uns noch ein letztes Mal mit Leuten austauschen konnten, die ähnliches erlebt haben wie man selbst und deswegen einen besser verstehen. Wir sind für einen Workshop auch rausgegangen und haben draußen und dort dann auch gegessen.

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Nachdem die End-year-orientation zuende war, sind wir erst zu sechst durch die Gegend geschlenkert, haben Eis gegessen, dann sind zwei zu ihrem Zug gegangen und wir, die restlichen vier, sind Ramen essen gegangen und ein wenig durch Läden gehen: Ich hab mir jetzt endlich eine Finnlandflagge gekauft. Wir haben dann noch eine von Marlen befreundete Chilenin und einen Japaner in einem Café aufgesucht und dort zusammen Eishockey (Finnland – Russland 3:1) geguckt. (Zu dem Zeitpunkt war gerade Eis-Hockey Weltmeisterschaft der Männer). Dann gings auch schon wieder zurück nach Kuusankoski, wo wir dann noch ein nettes Gespräch mit Paulas Gasteltern (auf Finnisch) hatten und sind nach der Sauna totmüde ins Bett gefallen (Naja ok, wir haben doch davor noch ein wenig Fern gesehen 🙂 ).

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Am nächsten Tag haben wir dann erst mal ausgeschlafen und sind dann nachdem wir gefrühstückt und noch ne Stunde mit dem kleinen Bruder gespielt haben, zu dem großen Einkaufszentrum gefahren und dort ein wenig rumgelaufen und haben dann Pizza und Eis gegessen (jaja, Healthy Lifestyle :D)

Dann gings aber leider auch schon wieder zum Zug und anch vier Stunden Rückfahrt kam ich kurz vor neun wieder in Joensuu an und bin mit dem letzten Bus nach Hause gefahren. Die Busfahrerin hatte wegen dem Eishockeyfinale (Finnland – Kanada) das Radio laufen und so hab ich erfahren, dass es schon 1:0 für Kanada stand und als ich dann nach Hause kam, hab ich dann nur noch gesehen, wie Kanada noch ein zweites Mal traf und Weltmeister 2016 wurde.

Dann kam die letzte Woche mit Unterricht, was schon traurig war, da ich mich von all den super netten Lehrern verabschieden musste und einem langsam bewusst wird, dass man die höchstwahrscheinlich nie wieder sieht (oder auf jeden Fall nicht so schnell) und dass man wieder zurück in langweilig-deutsche-Schule muss. Dienstag bin ich zusammen mit Anna, Sandra und Feli eine Runde Eise essen gegangen. Es kam am drauffolgenden Mittwoch auch an die letzte Stunde vom Sportunterricht, bei dem wir zwischen Frisbeegolf oder Leichtathletik entscheiden konnten. Die Entscheidung fiel leicht und so spielten wir zu fünft Frisbeegolf (Anna, Feli, Henna, Emilia & ich). Anna hatte am Tag zuvor noch gemeint, dass Feli und ich unser Schwimmzeug mitnehmen sollten, da es so warm ist und der See sich schön anbietet. Haben wir natürlich gemacht und dann sind Feli und ich nachm Unterricht nochmal zum See gelatscht und sind schwimmen und Sonnenbaden gegangen 😀

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Am Donnerstag dieser Woche fing dann die allerletzte Koeviikko (also Testwoche) an. Ursprünglich hätten Feli und ich Donnerstag und Freitag frei gehabt, aber da wir wegen der Endari den Hörverständnistest in Englisch verpasst hatten, mussten wir Donnerstag um zwölf in der Schule sein, um ihn nachzuholen. Ich bin aber schon früher gefahren, da ich dann noch ein Kunstprojekt fertig stellen konnte und das Mittagessen mitbekomme (Ich mein, ich kann zu freiem Essen nie nein sagen :D).

Da wir den Freitag auch noch frei hatten, kamen Saaga und ich auf die Idee so ne Mini-Übernachtungsparty bei Saaga zu machen. Da sie irgendwo im Nirgendwo wohnt, hab ich meine Schwester lieb gefragt und dann wurden Feli und ich von ihr und ne Freundin dahin gefahren. Das ist der selbe Ort, wo wir auch schon eisschwimmen und im Palju waren.

Wir haben da also Schoko- und Karamellpopcorn gegessen, Trampolin gesprungen, eine Ruderbootstour gemacht, musiziert und natürlich viel geredet und gelacht.

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Am nächsten Morgen haben wir erstmal lang geschlafen, gefrühstückt und sind dann nach einer weiteren Trampolinrunde so gegen halb zwölf zur Schule gefahren, wo Feli und ich dann mit dem Bus nach Hause gefahren sind. Dort hab ich dann auf meine Schwester gewartet, die mir dann erneut die Haare geblichen hat, dann hab ich sie mir noch geschnitten, danach was gegessen und bin mit der Feli in die Stadt gefahren, wo wir einfach aus Neugierde mal in einen Second-Hand-Laden gegangen sind und dann in einem Café noch nen Muffin und nen Kakao gegessen/getrunken haben.

Wieder zuhause war neben meiner kleinen Schwester irgendwann niemand mehr da, und dann haben wir zusammen einen Anime geguckt und sie hat mir den Cup Song beigebracht.

An dem Wochenende hab ich leider nichts gemacht. Es hat aber auch geregnet und ein Großteil meiner Freunde sind zum Sommerhaus gefahren oder hatten sonst noch irgenwelche Feiern.

Montag hatte ich wieder keinen Test, also nochmal schulfrei. Irgendwie kam ich auf die Idee, ne Runde joggen zu gehen und Feli hatte sich angeboten mich auf dem Fahrrad zu begeleiten, wie sie schon öfter mal gemacht hatte. Wir hatten aber 27°C draußen und ich musste nach drei Kilometern abbrechen, weil ich wahrscheinlich sonst irgendwann zusammengebrochen wär. Nach ner ziemlich kalten, langen Dusche und kalter Milch hatte ich zwar immer noch leicht Kopfweh, aber es ging dann irgendwann wieder. Und jaa: Ich befand mich tatsächlich in Finnland und hatte fast nen Hitzeanfall 😀

Am nächsten Tag hatte ich den Deutschtest. Also früh aufstehen und in die Schule geradelt (ja, ich hatte wieder mit dem Radeln angefangen und diesmal Feli auch, also sind wir zusammen geradelt). Dann haben wir den Test über uns ergehen lassen, gegessen und sind wieder nach hause gefahren. Der Test war einer des neuen Testsystems und wurde auf Laptops geschrieben. Irgendwo cool, aber auf der anderen Seite hab ich gerne ein Papier vor mir, auf dem ich vor Langeweile rumkritzeln kann 😀 Danach sind wir in den Supermarkt gegangen und haben uns eine 1l-Box Eiscreme gekauft und die dann zusammen vor der Schule ausgelöffelt (Jaja, ich ess auch ziemlich viel Eis in letzter Zeit :), aber ich gleich das auch immer schön mit laufen gehen wieder aus :D). Als wir die Ergebnisse für den D-Test bekamen, hatte ich 96,5 von 120 Punkten… Trotzdem hab ich eine 10 für den Kurs gekriegt.

Wieder zuhause hab ich draußen die Sauna weitergestrichen und als ich dann fertig war und rein kam, hatten die anderen schon gegessen, also hab ich mir nen Apfel geschnappt und mich auf den Weg zu Feli gemacht. Ich dachte mir dann so: Hey, ich habs doch drauf, ich fahr einfach mit dem Apfel Fahrrad… Schlechte Idee: Bei dem einen Hang bergaufwärts hats mich bei einhändig schalten dann doch hingehauen – Sonderlich wehgetan hab ich mir nicht, aber mein Apfel war verloren :0 Bei Feli hab ich dann aber ein Eispack und nen Sandwich gekriegt, also war das wieder ausgeglichen 😀

Mittwoch hatte ich wieder frei und hab mit Maki für ihre anstehende Abifeier das ganze Haus auf Hochglanz gebracht und natürlich wieder draußen was gestrichen. Donnerstag hatte ich Englisch-schriftlich Test. Den hab ich auch schnell hinter mich gebracht und nachdem meine Schwester mir ne Nachricht geschrieben hat, wo ich denn sei und dass sie mich zum Steine holen braucht, sind wir wieder nach Hause geradelt und dann mit Maki Steine für einen Teil im Garten, den mein Dad grad umgebaut hatte, holen gegangen. An dem Ort wartete dann eine Ameisenattacke auf uns, also haben wir das hüpfend und rennend schnell hinter uns gebracht. Dann haben wir uns unser Schwimmzeug gekrallt, sind ne Runde im See (Höytiäinen) schwimmen gegangen und haben uns danach noch ein weiteres Eis gegönnt.

Am Abend kam mein großer Bruder dann aus der Armee, da er für die Feier frei bekommen hat.

Freitag war dann der letzte Schultag. An dem Tag kriegt man hier noch seine allerletzten Tests wieder und kann sich seine Sachen überall holen. Ich hab mir dann noch meine Kunstprojekte geholt und mich von Ritva, der Kunstlehrerin, die leicht verrückt aber total liebenswert ist, verabschiedet.

Am Nachmittag gab es dann noch das für unsere Schule traditionelle Jahresend-Baseball-Spiel. Also finnisches Baseball – das ist anders wie amerikanisches, aber fragt mich bitte nicht nach den Regeln, ich hab die selber nicht verstanden ;D

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Leider konnten wir uns das Spiel nicht ganz anschauen, da sehr tief schwarze Wolken aufgezogen sind und Feli und ich jetzt nicht unbedingt 11km im strömenden Regen radeln wollten. Wir kamen dann auch perfekt so bis zu mir, dass es fünf Minuten danach echt fies zu regnen anfing. Da  wir für Maki noch ein Abi-Geschenk brauchten, haben wir eine Fotoserie aufgenommen:

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Feli ist dann in die Stadt gefahren, um sie ausdrucken zu lassen und ich hab meiner Mutter und Schwestern bei den Vorbereitungen für die Feier geholfen. An dem Abend kam dann meine Tante + Mann und ich musste mein Zimmer räumen und hab auf der Couch geschlafen.

Samstag morgen bin ich dann fesch angezogen um neun in der Schule angetanzt. Da wurde sich dann in den Klassen versammelt (also all die, die gekommen waren und nicht schon im Urlaub waren) und dann gabs erstmal Eis 🙂 und dann haben wir Austauschschüler ganz lieb von unserem Klassenleiter in Namen aller Lehrer eine gebastelte Karte, wo sie alle drauf unterschrieben und uns für das Jahr gedankt haben und eine Muumintasse geschenkt bekommen haben.

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Dann hat jeder Schüler sein Zeugnis bekommen und zwar musste dafür jeder persönlich nach vorne gehen und hat es mit einer Umarmung überreicht bekommen. Eine Umarmung!!! Da sieht man wieder den Unterschied zwischen dem Verhältnis zwischen Schüler – Lehrer in Finnland im Vergleich zu Deutschland, wo man vielleicht ein Hände-schütteln bekommt.

Um halb elf folgte dann die Abizeremonie. Da gab es dann Musik, Reden, die Zeugnis und Hutvergabe und dann noch verschiedene Ehrungen. Bei der Zeugnisvergabe wurde dann jeder Abiturient einzelnd aufgerufen, musste zu unserem Schulleiter laufen, der mit einem Handschlag die Zeugnismappe überreicht hat, dann zurück in die Hallenmitte, wo es dann von einem Lehrer den Hut überreicht gab und abschließend mussten sie sich wieder zum Publikum drehen, eine Verbeugung oder Knicks machen und dann wieder zurück zum Sitz gehen. Meine Schwester hat dann auch mit einer Band performt: Bastille – Things We Lost In The Fire. Bei den Ehrungen gab es dann auch eine für die ehemaligen Tutoren, Stipendiumerhalter und auch für uns Austauschschüler. Wir mussten/durften dann mit nach vorne vor die Menge wo wir dann vom Schulleiter und der Tutoreleiterin eine Rose überreicht haben bekommen und noch eine Umarmung gekriegt haben.

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Dann ging es wieder ab nach Hause, wo die letzten Vorbereitungen getroffen wurden und als Maki dann nach Hause kam, waren auch schon Großeltern angetroffen und die Feier und das Buffet wurde mit einem Sektanstoß eröffnet.

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Ich hatte den Job des Photographen und hab auch in der Küche beim Abspülen geholfen, aber auch mit Leuten geredet und Kuchen gegessen. Eine große Sache war dann noch unsere Familienband: Mein Dad, meine kleine Schwester und ich hatten die Wochen davor schon mehrmals fünf verschiedene Songs, die Maki wohl sehr gern mag, geprobt und mein großer Bruder ist dann ja auch noch dazugetroffen und dann waren wir mit Schlagzeug, Keyboard, Gitarre und Bass voll besetzt. Die Songs haben wir dann über den Nachmittag verteilt, performt und hatten dabei unseren Spaß. Ich hab bis auf in einem Lied, Bass gespielt.

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Falls es jemanden interessiert, hier die Songs:

So Far Gone – Thousand Foot Krutch

Loud Like Love – Placebo (hier hab ich Gitarre gespielt)

This is Gospel – Panic! At The Disco

Pois Kalliosta – Happoradio (Die Lyrics von dem Song wurden auf Maki umgedichtet)

Down By The Laituri – Pökö-Pekka ja Namu-Liisa

Abends ging es dann mit den verbliebenen Gästen in die Sauna und kurz nach Mitternacht hab ich Feli dann noch nach Hause begleitet und bin dann schlafen gegangen. In der Nacht hab ich dann im Studio geschlafen. Oder halt zu schlafen versucht… Ich hatte mal wieder zu viel gegessen :/

Da der Blogpost jetzt ja schon so mega lang ist, erzähl ich von meinen Ferien im nächsten Blogpost, der dann hoffentlich in der nächsten Woche kommt.

In dem erzähl ich dann auch von unserer Reise nach Lappland und Schnee im Juni… 😀
Bis dann

Lena, 12.06.2016