Seit dem letzten Beitrag hat sich viel getan. Mein Camper wirkt jetzt langsam echt wohnlich und ich darf ihn auch endlich auf der Straße fahren. Für letzteres hab ich jedoch ordentlich Zeit im Landratsamt abgesessen – ich hatte nämlich keinen Termin vereinbart, sondern gehofft, dass ich auch so nicht allzu lang warten muss. Jedoch war in der Woche wegen Krankheit dort enormer Personalausfall, also vergingen von dem Zeitpunkt des Nummer ziehens um 13:40 vier Stunden bis ich dran kam… Schönerweise war meiner Mutter vorbeigekommen und ich musste die Zeit nicht alleine absitzen. Glück hatte ich dann dennoch, nämlich waren wir die allerletzte Nummer die aufgerufen wurde, alle anderen wurden nach hause geschickt. Dann noch schnell die Schilder drucken lassen, neue Fahrzeugpapiere abgeholt und ich war glücklich 😀 (daheim erstmal ne Runde um den Block gedreht)

Weil ich schon öfter gefragt wurde, welchen Namen ich meinem Auto geben würde: Eigentlich keinen, aber wenn dann wegen des Nummernschilds mit M MO dann wohl sowas wie Momo oder so 😀 (Name schnell gegoogelt – Momo ist japanisch für Pfirsich 桃 – passt würd ich sagen :D). Oder einfach nur Mo 🙂

Was ist seitdem noch so passiert:

– Die Matratzen + bezüge sind dank meiner Mama fertig geworden, die sich dafür ewig an die Nähmaschine gesetzt hat. (Den vorderen Teil kann man auch super nach hinten gegen die Fenster lehnen und es entsteht ein chilliges Sofa ;D)

– Hinten für die Fenster hat sie mir fancy Magnete in Stoff eingenäht, damit ich keine Vorhangstange für hinten brauch:

– Genauso hat sie auch schon angefangen, Bezüge für die Polster an den Seitenwänden am Bett zu nähen, sind zwar noch nicht fertig, für den TÜV hatten wir sie aber schonmal mit Sicherheitsnadeln zusammengebastelt und provisorisch eingebaut:

Da durch wurde das Raumgefühl schon mal sehr viel wärmer; on top kamen dann die Vorhänge, die meine Wenigkeit versucht hat zu nähen weswegen alles ein wenig krumm und schief ist, aber mei, die Welt ist nicht perfekt 😀

Dann war eigentlich fast alles bereit für den TÜV. Zum TÜV kann man nämlich fahren um ein umgebautes Auto von, in meinem Fall, LKW zum Wohnmobil umschreiben zu lassen. Für ein Wohnmobil zahlt man an sich weniger Steuern und bei unserer Versicherung sogar nur 1/3 des Beitrags, den ich mit einem LKW zahle. Daher also mein dringendes Interesse, das Auto umzuschreiben.

Das Gesetz fordert für ein Wohnmobil folgende 5 Dinge:

  • – Sitzgelegenheit mit Tisch (der Tisch darf allerdings auch wegklapp- oder abbaubar sein)
  • – Schlafgelegenheit (da genügt auch eine umklappbare Sitzbank)
  • – Stauraum (muss groß genug für Klamotten und Proviant sein)
  • – Kochgelegenheit (fest verbaut und für Innenraum zugelassen)
  • – Der Camper muss wohnlich wirken

Eigentlich hatte ich alles gut erfüllt, der Prüfer bestätigte mir auch alles – bis auf die Kochgelegenheit…

Im Merkblatt vom TÜV Nord stand nämlich, dass der Kocher entweder fest verbaut oder fest verstaut sein muss. So sah unser Plan aus:

E-Kochplatte unter der Küchenplatte, mit so Gummispanner gut gesichert, Stecker in ne 3-fach-Steckdose und dann nen langes Kabel aus dem Fenster raus zu ner Steckdose (war nicht wirklich für den täglichen Gebrauch so gedacht, weil ich wahrscheinlich kaum Strom haben werde, aber wenigstens für die Prüfung :D). Die Bemängelung war dann eben, dass die Kochplatte nicht fest verbaut ist und man für Strom im Auto eine Außen-/Einspeissteckdose braucht. Jo mei…

Nach einem netten Gespräch mit dem Herrn vom Campingladen auf der anderen Straßenseite, kam auch raus, dass auch die bis Juli diesen Jahres zugelassenen Gaskartuschenkocher mittlerweile auch nicht mehr abgenommen werden. Long story short, der einzige Kocher, den man in Innenräumen verwenden darf und der keiner Gasprüfung oder Außensteckdose bedarf, ist der Spirituskocher Origo von Dometic. Dat Ding also gekauft und verbaut und mal schauen, ob der TÜV mein Auto das nächste Mal als Wohnmobil anerkennt 😀

Lena Wagner, 24. Oktober 2018